Wie alles begann ...

1982 bereiste mein damals 30-jähriger Onkel Matthias Metz Indien. In der südindischen Stadt Madras (Chennai) begegnete er Reverend Dr. John I. Paul. Er erzählte meinem Onkel von seinem Vorhaben, in der Stadt Avalurpet und in dem kleinen Dorf Gengapuram jeweils eine Schule zu errichten. Mein Onkel, mit den indische Verhältnissen vertraut und sehr an Gerechtigkeit interessiert, war begeistert von der Idee.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland berichtete er sofort meiner Großmutter, Elisabeth Metz, von diesem Vorhaben und von der Notwendigkeit der finanziellen Unterstützung. 1983 begann meine Großmutter, gemeinsam mit einigen anderen älteren Damen, jeweils ein Kind mit 25 DM pro Monat zu unterstützen. Im selben Jahr konnte bereits eine Vor- und Grundschule in Avalurpet eingerichtet werden.

Einige der Eltern der indischen Kinder können diese Privatschule mit etwas Schulgeld unterstützen. Inzwischen werden dort ca. 200 Kinder unterrichtet. Die Dorfschule in Gengapuram wurde 1986 mit zunächst nur einer Schulklasse auf dem eigenen Land des Reverends eröffnet. Inzwischen sind es vier Schulklassen und der Unterricht, der anfangs noch unter einem großen Baum stattfand, wird heute in einem Schulgebäude abgehalten.

Bevor es das Schulgebäude in Gengapuram gab, wurde der Unterricht unter einem großen Baum abgehalten.


Den Kindern wird, wie in Indien üblich, eine Schuluniform gestellt. Außerdem erhalten sie täglich Mittagessen. Einige Kinder, die verwaist sind oder zu weit entfernt wohnen, bekommen eine Unterkunft in einer kleinen offenen Hütte. In den letzten Jahren konnte der Reverend mit unserer Hilfe ein kleines Schulgebäude errichten, einen Brunnen bauen und einen Traktor kaufen. Dadurch ist es möglich das umliegende Land zu bewirtschaften. Und ein medizinischer Kräutergarten konnte angelegt werden.

Anfang 1993 übernahm meine Tante, Evelyne Conrads-Rauh, die Korrespondenz und die Überweisungen. Meine Großmutter und mein Onkel sind inzwischen verstorben. Wir unterstützen den Reverend weiterhin mit 13 € pro Kind monatlich. Seit Ende 1998 ist meine Tante mehrmals - selbstverständlich auf eigene Kosten - nach Indien gereist und konnte sich vor Ort von der wirklich wunderbaren Arbeit des Reverends überzeugen.

Im Jahr 2009 hatte ich das erste Mal die Chance die beiden Schulen zu besuchen. Es war ein sehr schöner und bewegender Besuch. Das lag nicht zuletzt daran, dass meine Familie schon lange mit der Geschichte der Schulen verbunden ist. Es war mir daher sehr wichtig, das Ergebnis der Arbeit des Reverends selbst zu sehen und vor allem die Kinder zu besuchen. In diesen Momenten weiß man nicht, ob einem das Herz vor Freude hüpfen oder vor Mitgefühl schwer werden soll. Es beinhaltet wohl beides. Diese Kinder stammen zum Großteil aus ganz niedrigen Kasten und sie sind oft die ersten in ihrer Familie, die lesen und schreiben lernen. Und sie lernen alle mit einer solchen Unbekümmertheit und Lebensfreude!

Durch die Gründung des Vereins, den meine Tante vor einigen Jahren ins Leben gerufen hat, hoffen wir diese Arbeit mit Ihrer Spende und weiteren Sponsoren noch effektiver unterstützen zu können.

Alicia Metz (2010)